• /
  • /
  • /

von Barbara Brüning

Musikschule

Bad Nauheim

Musik kennt keine Grenzen. Besonders wenn sie in großzügigen Räumlichkeiten stattfindet

Musik braucht Raum. Und eine Musikschule braucht Räume. Die Umgebung, die Gestaltung von Haus und Räumen haben großen Einfluss auf die Qualität des Musikschulunterrichtes. Natürlich sollte eine Musikschule auch Möglichkeiten für Auftritte bieten können. Im Sommer 2008 hat die Musikschule das „Haus der Musik“ in der Rotdornstraße bezogen. Für die Musikschularbeit eine optimale Umgebung! 22 Fachräume für den Unterricht und ein großer Saal für Konzerte, Proben und Vorspiele warten im Haus der Musik darauf, täglich mit Klängen gefüllt zu werden. Und auch die Musikschulverwaltung hat hier ihren Platz.

Die Fachräume sind für den Unterricht bestens ausgestattet. Zwei Räume sind für Elementarunterricht und Tanz vorgesehen, ausgestattet mit einem reichen Orff-Schlagwerk und Klavier, im Tanzsaal auch mit einem großen Spiegel. In den vier Räumen für den Klavierunterricht stehen je ein Flügel und ein Klavier. Selbstverständlich gibt es auch in den Unterrichtsräumen für die Blas- und Streichinstrumente ein Klavier. Zwei Schlagzeugräume sind mit jeweils zwei Drumsets, Orchesterpauken, Vibraphon, und vielfältiger Perkussion ausgestattet. Für E-Gitarre, E-Bass und Bandproben stehen drei Räume mit Verstärkern und Schlagzeug bereit. Und der Konzertflügel - 1998 durch die Spendenaktion „Menschen brauchen Flügel“ finanziert - wartet im großen Saal auf unsere jungen Pianisten.

2011 wurde der Schulhof neu gestaltet. Hier ist jetzt unser KlangSpielPlatz: eine Freilichtbühne, überdacht mit einem Sonnensegel, die für vielfältige Aufführungen geeignet ist. Dazu kommen animierende Klangspielgeräte einer deutschen Spielgeräte-Firma. Sie regen zum Experimentieren mit Klängen an. Der KlangSpielPlatz schafft eine inspirierende Atmosphäre, lädt zum Verweilen ein und setzt Kreativität frei. Ermöglicht wurde er durch die Spendenaktion des „Förderverein Musikschule Bad Nauheim e.V.“.


Präsent, wann immer es um Musik geht: Vernetzung ist Trumpf

Wo auch immer in Bad Nauheim Kinder zusammenkommen, da ist die Musikschule schon da. Treffender kann man ihre breite Vernetzung in der Stadt kaum beschreiben. „Maßgeschneiderte“ Angebote für alle Partner machen das möglich: Wenn etwa eine ganze Kindergartengruppe mit viel Freude singt und tanzt, dann ist sicher die Elementarmusikpädagogin der Musikschule zu Gast. Seit 2008 kommt sie einmal in der Woche zu „Kita macht Musik“ in den Kindergarten. Die Erzieher sind bei dem spielerischen Unterricht selbstverständlich auch dabei und bekommen neue musikalische Impulse für ihre eigene Arbeit mit den Kleinen.

Wenn die Schüler der dritten und vierten Klassen der Stadtschule an der Wilhelmskirche gemeinsam Gitarre spielen oder ein Streichinstrument erlernen, dann sind die Lehrkräfte der Musikschule vor Ort: seit 2005 bietet die Musikschule Gitarrenklassen, seit 2010 auch Streicherklassen an. Der Erfolg zeigt sich in der Beliebtheit der Musikklassen und den Fortschritten der Schüler. Im Ganztagsangebot können die Grundschüler in einer der Musik AGs musizieren, auch hier bei den Pädagogen der Musikschule.

Und wenn die Schülerinnen und Schüler der Stadtschule am Solgraben in Gitarren-, Gesangs-, Schlagzeug-, Keyboard-und Band-AGs aktiv sind, dann sind es wieder die Musikschullehrer, die seit 2011 den Ganztagesbereich der Schule bereichern. Ebenso kooperiert die Musikschule mit der „Sophie- Scholl-Schule“, wo auch Kinder mit Handikap im Kurs „Stark mit Musik“ integriert sind.

Die Frauenwald- und die Ernst-Ludwig-Schule fördern ihre Schüler und Schülerinnen in Bläser- und Orchesterklassen. Auf Initiative der Musikschule und mit ihrer Zusammenarbeit. Und ohne Frage wird auch der wöchentliche Instrumentalunterricht der ELS-Orchesterklassenschüler von Fachlehrern der Musikschule erteilt.

Im hessischen Modellprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ - kurz JeKi - ist die Musikschule seit 2008 am Schulstandort Rotdornstraße dabei. Nach einem erweiterten Musikunterricht in der 1. und 2. Klasse haben bei „JeKi“ alle Kinder der Schule die Möglichkeit am geförderten Instrumentalunterricht teilzunehmen.

Quer durch die Stadt vom Bahnhof zum Skulpturenpark in Bad Nauheim geht die jährliche Musikperformance „Klangstationen“, die die Musikschule seit 2001 mit dem Skulpturenpark veranstaltet. Diese Aktion ist fester Bestandteil des öffentlichen Musklebens.

Wann immer man in Bad Nauheim also auf Musik stößt, man kann fast sicher sein, dass die Musikschule ihre Finger im Spiel hat. Die Schulen, Chöre und Orchester der Region profitieren gerne von dem gut ausgebildeten Nachwuchs. Muss man noch erwähnen, dass die Musikschule einen regen Austausch mit dem Fachbereich Kultur der Stadt, Organisationen und Vereinen pflegt? Eigentlich nicht.


Holzbläser – eine vielstimmige Familie

Lachen oder Weinen, Jubeln oder Trauern – der menschlichen Ausdrucksvielfalt kommt wohl kein Instrument so nahe wie eines der Holzblasinstrumente. Block- und Querflöten, Klarinetten und Saxofone, Oboen und Fagotte gehören zu der großen Familie der Holzblasinstrumente. Sie gehören zu den klanglich wandlungsfähigsten überhaupt, denn entscheidend für den Ausdruck ist die individuelle Spielweise, abgesehen natürlich von der Bau- und Griffweise. Und sie sind weder aus der klassischen Musik, noch aus Pop, Jazz und Rock oder der Folklore wegzudenken.

Dabei sind sie alle ganz unterschiedlich gebaut: Block- und Querflöten erzeugen den Tön über ein Anblasloch. Ein Rohrblatt aus Bambus, auf einem Mundstück befestigt, bringt Klarinetten und Saxofone zum Klingen. Ein Rohr – eigentlich ein doppeltes Rohrblatt - erzeugt den unverwechselbaren Ton der Oboen und Fagotte.

Die Holzblasinstrumente gibt es in ganz unterschiedlichen Stimmungen und Lagen. Von der Sopranblockflöte über das Tenorsaxofon bis zur Kontrabassklarinette sind (fast) alle Variationen zu haben. Zusammen mit den ganz besonderen Eigenschaften der Musiker ergibt das einen individuellen Klang, der alle Kulturen seit Jahrhunderten fasziniert.

Und wie der Musiker den Klang des Instrumentes formt, so formt das Instrument auch den Spieler: wer dabei bleibt, fördert seine gute Atmung und entwickelt ein differenziertes Körperbewusstsein.

Sobald die individuellen Fähigkeiten es erlauben, kann mit dem gemeinsamen Musizieren begonnen werden! Das Spielen in den verschiedenen Ensembles der Musikschule ergänzt den individuellen Unterricht optimal. Die Ensembles werden auch über den inneren Kreis der Musikschule hinaus gern gehört und für viele Veranstaltungen engagiert.